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Reisebericht Mai 2017

27. April 2017

Wegen 50 cm Neuschnee verzögerte sich unsere Abreise um 2 Tage.

29. April 2017

Am 29. April konnte es endlich losgehen. Wir starten unseren Dreamliner. Nach einer wunderschönen, gemütlichen und sehr abwechslungsreichen Fahrt über Österreich, Deutschland, Ungarn und Rumänien reisen wir am 9. Mai über die Grenze nach Bulgarien. Am 10. Mai haben wir unser erstes Treffen, worauf wir sehr gespannt waren. Unser Vereinsmitglied Elisabeth Gasser Von Rohr, die von ein paar Jahren gemeinsam mit ihrem Lebenspartner Franz nach Bulgarien ausgewandert ist hatte uns versprochen, verschiedene Termine in der Region Dobrich zu organisieren. Den Dreamliner durften wir vor Ihrem schönen Haus in Dabovik parkieren. 

 

 

 

Nach einem sehr sympathischen kennen lernen stand am anderen Morgen der erste Besichtigungstermin an.

11. Mai 2017 – Altersheim Dobrin 

Auf der Fahrt von Dabovik nach Dobrin beschlichen uns eher gemischte Gefühle. Die Gegend ist sehr ärmlich und wir haben uns auf das schlimmste gefasst gemacht. Die Aussenfassade des Altersheims war dann aber recht ansprechend, was erfahrungsgemäss aber nicht viel heissen will. Freundlich wurden wir von der Direktorin empfangen und in den Garten geführt, der wunderschön und mit viel Liebe angelegt wurde. 

 

 

Auch der Eingangsbereich war sauber und liebevoll mit bulgarischen Trachten und alten landwirtschaftlichen Geräten gestaltet. 

Der gute Eindruck bestätigte sich bei der Besichtigung der Zimmer. Die 25 Heim-insassinnen- und Insassen sind in schönen 2-Bett Zimmern untergebracht und die Betten sind mit guten Matratzen bestückt und sauber bezogen. 

Die Direktorin informierte uns, dass das Heim vom Staat finanziert wird und die Gemeinde über eine Kläranlage verfügt. Mit selbst gebastelten Geschenken wurden wir verabschiedet    

11. Mai 2017 – Altersheim in Tevel

Eigentlich war vorgesehen, dass wir am Nachmittag auch das Altersheim in Tevel besuchen werden. Nachdem uns aber die Direktorin in Dobrin darüber informiert hat, dass dieses Heim den gleich guten Standard hat bot sich Elisabeth Gasser Von Rohr an, das Heim bei einer anderen Gelegenheit zu besuchen und uns die Fotos per E-Mail zuzustellen. So wurden die Heimleitung, das Personal und die Insassen nicht durch unseren Besuch gestört.

12. Mai 2017 – Spital in Dobrich

Auf diesen Besuch waren wir extrem gespannt. Anlässlich unseres Bettenabenteuers Solothurn-Olten von 2015 haben wir aufgrund eines Hinweises von Elisabeth Gasser Von Rohr unter Anderem dem Spital in Dobrich 42 elektrisch verstellbare Pflegebetten mit Nachttischen und 72 Matratzen geliefert. Da wir dieses Krankenhaus vorher nicht besichtigen konnten waren wir natürlich sehr aufgeregt, ob wir unser Material wirklich dort vorfinden werden. Der Direktor Herr Drivon Jordanov empfing uns und eine Fachkraft führte uns zu den Zimmern, wo unsere Betten in der Chirurgie standen. Unsere Freude war gross. Es war so, wie wir es schon mehrmals erleben durften. Das gespendete Material wurde nicht einfach in die Zimmer geschoben, sondern sie haben das zum Anlass genommen, gleich die Räume zu streichen und den Boden neu zu verlegen. So sieht das Ganze wunderbar aus.

Leider hat es immer noch viel zu viele alte Betten, Matratzen und Nachttische. Das Krankenhaus verfügt insgesamt über 350 Betten. Da wäre noch viel zu helfen.

Der Direktor hat uns ein wenig verzweifelt gebeten ob es nicht möglich wäre, nochmals einen LKW von Pflegebetten zu liefern. Er wäre sogar bereit, sich an den Transportkosten so gut wie möglich zu beteiligen. Auch medizinische Apparaturen und Bettwäsche wären dringend nötig. Wir werden das ins Auge fassen.

 

 

Weiter sprach der Direktor uns an, ob wir für ihn den Kontakt zur Stadt Schaffhausen wieder herstellen können. Bevor Bulgarien der EU beigetreten ist, war Schaffhausen die Partnerstadt von Dobrich und somit bestand auch Kontakt zwischen den Krankenhäusern der beiden Städte. Seit dem EU-Beitritt ist diese Partnerschaft leider erloschen und es bestehen auch keine Kontakte mehr. Wir werden versuchen, via bulgarische Botschaft in Bern, ob wir auch da helfen können.

12. Mai 2017 – Altersheim in Dobrich

Nun waren wir gespannt auf den Besuch im Altersheim in Dobrich. Schon die Aussenfassade machte einen extrem guten und freundlichen Eindruck. Die Direktorin, die Übersetzerin - welche auch im Altersheim tätig ist – die Pfleger und auch die Bewohner empfingen uns mit einer Fröhlichkeit und Herzlichkeit, die ansteckend war. 

Die 1-er oder 2-er Zimmer sind hell und freundlich, die Toiletten sauber und die Aufenthaltsräume und Essräume gemütlich und funktional eingerichtet. 

Es macht Freude zu sehen, dass es auch gut geführte Institutionen in Bulgarien gibt. Wenn man gut überlegt, müsste das eigentlich auch in anderen Gemeinden möglich sein. Mit einem beschwingten Gefühl konnten wir uns verabschieden. Hier brauchen sie unsere Hilfe nicht.

13. Mai 2017 – Spital in Schumen

Aus diversen Quellen haben wir erfahren, dass im Krankenhaus in Schumen schlimme Zustände in Sachen Mobiliar herrschen sollen. Unsere Vertrauensperson Boryana Naletova hat deshalb für uns einen Besichtigungstermin organisiert. Empfangen wurden wir vom Direktor, Herrn Dr. Atanasov.  Was wir dort gesehen haben entsprach ohne Übertreibung den Schilderungen unserer Informanten. Das Krankenhaus hat insgesamt 400 Betten. Mindestens 200 davon sind defekt und 50 fast unbrauchbar. Trotzdem kommen sie noch zum Einsatz, da neuen Betten für das Krankenhaus unerschwinglich sind. Auch fehlt es an Büromobiliar, Untersuchungsliegen, Toiletten- und Duschstühlen und vielem mehr. Hier ist unsere Hilfe dringend nötig und einer unserer nächsten Transporte wird auf jeden Fall in dieses Krankenhaus gehen.

13. Mai 2017 – Altersheim in Schumen

Da wir in Schumen unterwegs waren haben wir Aneta Grouytscheva von der bulgarischen Botschaft in Bern gebeten, uns doch auch gleich im dortigen Altersheim einen Besichtigungstermin zu organisieren. Sie teilte uns mit, dass die Direktorin, Frau Milena Sabeva hoch erfreut sei, dass wir vorbeikommen wollen. Persönlich holte sie uns vor dem Eingang des Krankenhauses ab und führen uns zu ihrem Altersheim. Sie musste uns nicht viel erklären. Sofort konnten wir den Zustand erkennen. Hier fehlt es wirklich an allen Ecken und Enden. Viele Betten sind verrostet und mussten zum Teil mit Holzlatten unter den Matratzen gestützt werden. Die Matratzen durchgelegen und die Nachttische sind defekt. Auch die Sitzgelegenheiten in den Aufenthaltsräumen sind kaputt und die Vorhänge zerrissen. Für uns ist klar – der nächste Transport geht ins Altersheim nach Schumen.

Nach der Besichtigung führte uns Frau Sabeva in einen Gemeinschaftsraum, wo sich diejenigen Insassen, welche nicht bettlägerig sind, versammelt hatten. Sie hatten eine Überraschung für uns vorbereitet. 7 Frauen hatten sich in ihre Trachten gekleidet und aus Dankbarkeit für unseren Besuch zwei bulgarische Lieder gesungen. Es ging sehr zu Herzen und ist für uns der grösste Lohn.

Mit diesem Besuch konnten wir den offiziellen Teil unserer Reise abschliessen. Wir haben danach unsere Reise über Serbien und Bosnien-Herzegowina nach Kroatien fortgesetzt, wo wir noch 2 Wochen Urlaub am Meer verbringen durften.

 

Nach 5 1/2 Wochen, 5300 Kilometern mehr auf dem Zähler unseres Dreamliner und unzähligen schönen Erlebnissen und den unterschiedlichsten Eindrücken sind wir gesund und ohne Panne wieder am Hasliberg angekommen. Jetzt geht es daran, die gefassten Aufgaben in die Tat um zu setzen.

 

11.6.2017

Andreas und Rosmarie Thöni-Chlouda